Was ist Paleo Ernährung?

Was ist  eigentlich Paleo Ernährung?

Zahlreiche Ernährungsformen sind heutzutage auf dem Markt, keiner weiß Bescheid, welche am besten für sich geeignet wäre. Alle reden heute vom gesunden Essen, aber keiner denkt nach, auf weilche Art von Nahrung wir optimiert sind.

Jedes Tier im Stammbaum der Arten hat seine artspezifische Ernährung. Solange Tiere in freier Wildbahn die Nahrung zu sich nehmen, die die Natur für sie vorgesehen hat, wie für Elefanten Pflanzen und für Raubtiere Fleisch, bleiben sie gesund. Wenn sie etwas anders futtern oder gefüttert werden, werden sie krank. Eine artgerechte Ernährung für den Mensch richtet sich ebenso nach seinen evolutionsbiologischen Bedürfnissen.

Artgerechte Kost versorgt den Organismus mit essenziellen Fettsäuren, Vitaminen und Mineralstoffen. Eine Nahrung muss natürlich sein, die wir auch vertragen müssen!

Das Wort „Paleo“ heißt, alt. Stammt vom Paleolitikum, Steinzeit. Die Steinzeit hat vor 2,5 Millionen Jahren mit der Erfindung der Steinwerkzeuge begonnen.

Unsere Vorfahren führten diese Ernährung 2,5 Millionen Jahren lang bis zur Einführung des Ackerbaus und 229 Naturvölker, führen sie bis heute.

Diese Zeit dauerte bis vor ca. 10.000 Jahren, mit der Einführung des Ackerbaus. Während der Steinzeit ernährten sich die Menschen getreidelos, nur Fleisch was sie gejagt hatten, Nüsse, Beeren, Pilze, Wurzeln was sie sammeln konnten, stand auf ihrem Speiseplan. An diese Nahrung hat sich der Organismus der Menschen angepasst und gewöhnt, diese Nahrungsmittel waren optimal für sie und bis heute wären diese Nahrungsmittel optimal für uns!

Aber leider zwang der Hunger unsere Jäger und Sammler – Vorfahren zur Einführung des Ackerbaus, was Ihnen zum Verhängnis geworden ist. Die tierischen Nahrungsresourcen waren zu gering für die stetig wachsende Bevölkerung. Die Einführung des Getreides liegt jedoch in vielen Gegenden der Welt erst 3000-10000 Jahre zurück. In Nord-Europa wie Skandinavien sogar erst vor 1000 Jahren. Die Getreidekultur breitete sich nur langsam aus, vom Nahen Osten ein paar tausend Jahre später nach Zentraleuropa, weitere tausend Jahre später nach Nordeuropa.

Biologisch und auch aus Sicht der Evolutionsgeschichte stellt Getreide bis heute ein ganz neues Lebensmittel für unseren Organismus dar.

Was ich damit zum Ausdruck bringen möchte?

Dass wir uns genetisch gesehen immer noch nicht an das Getreide, an die Kohlenhydratflut angepasst haben. Zehntausend Jahren hören sich zwar viel an, aber für die Evolution ist es nur ein Augenblick.

100.000 Generationen waren Jäger und Sammler

500 Generationen Ackerbau

10 Generationen Industriezeitalter

1 Generation Computerwelt

Die starke Veränderung unserer Ernährung in den Letzten hundert Jahren, hat eine große Auswirkung auf unsere Gesundheit ausgeübt.

James Neel, der bekannte Genetiker von der University of Michigan hat mit modernsten Techniken bewiesen, dass wir immer noch die Gene von Urmenschen in uns tragen.

Nur 1,6 % unterscheidet uns Menschen vom Schimpansen.

Das heißt, genetisch gesehen, sind wir 40.000 Jahre alt, nur in einer zu modernen Welt.

Auch laut Anthropologe und Genetiker Gerhard Heberer, müssen 200.000 – 500.000 Jahre vergehen, bis sich unser Stoffwechsel an die neuen Lebensmittel wie, Getreide, Hülsenfrüchte anpassen kann.

Was ist das eigentliche Problem mit dem Getreide, mit den Hülsenfrüchten?

Das genetisch veränderte Getreide des 20. Und 21. Jahrhunderts enthält viel mehr Gluten als vor 100 Jahren, was schleichend unser Gehirn und unsere Darmschleimhaut zerstört. Bei der Verdauung zerfällt Gluten in verschiedene Polypeptide. Peptide haben eine opioide Wirkung.

Diese Polypeptide sind in der Lage über das Blut ins Gehirn zu gelangen und an den Morphinrezeptoren des Gehirns anzudocken. Solange wir glutenhaltiges Getreide verzehren, erzeugt die Verdauung morphinartige Substanzen. Viele verspüren ein starkes Verlangen, sogar Sucht nach Brot bzw. Getreideprodukten. Sie können es sich überhaupt nicht vorstellen ohne diese Lebensmittel zu leben. Beim Verzehr empfinden sie Euphorie, beim Verzicht, Sucht. Der Grund dafür sind die Opiate!

Gluten und Zucker durch viel Kohlenhydratverzehr führt nicht nur zu Migräne, sondern, Gluten wird auch mit Autismus und ADHS Syndrom in Verbindung gebracht!

Im Getreide ist nicht viel Wertvolles enthalten, die Mineralien in der Schale sind an der Phytinsäure gebunden, sie verhindern die Aufnahme von Eisen und anderen Mineralien. Sie sind hitzestabil und widerstehen unserer Magensäure.

Ihr Ballaststoffgehalt ist auch nicht nennenswert, Gemüse enthält 8-mal mehr Ballaststoffe als Getreide.

Auch Giftstoffe wie Weizenkeimlektine stecken in der Schale. Lektine sind kleine Moleküle, die die Pflanzen zu ihrem Schutz gegen Fressfeinde entwickelt haben. Es sind Giftstoffe, die im Getreide, auch in glutenfreiem wie Hirse, Hafer, Mais und in Hülsenfrüchten, hitzestabil und unverdaulich sind.

Die Insekten bleiben heil aber unsere Darmwand nicht. Neben Gluten greifen Lektine auch den menschlichen Darm an und verursachen damit das Leaky-gut Syndrom ( durchlässige Darmwand ).

Durch die durchlässige Darmwand gelangen Lektine in den Blutkreislauf und können sich dort an Organe wie Herz, Gelenke, Gehirn, Lunge anheften. Der Körper erkennt sie als Fremdlinge, Antikörper werden aktiviert, die nicht nur die Lektine sondern auch körpereigenes Gewebe angreifen. Es kommt zu Entzündungen wie rheumatoide Arthritis, Rheuma.

Im Getreide stecken auch jede Menge Kohlenhydrate, woraus bei der Verdauung Zucker entsteht.

Was den Blutzucker anbelangt, verändert sich durch die Verarbeitung des Mehls, ob es stark oder gering verarbeitet ist, nichts. Vollkorngetreide enthält genauso viel Zucker wie Weißbrot.

Die Vollkornprodukte sind sogar ganz besonders schädlich! Bei häufigem Vollkornverzehr, behindert der hohe Phytatgehalt die Eisenaufnahme und führt zu Eisenmangel, Mineralstoffmangel. Auch ihr Pflanzengiftstoffgehalt löst viele Stoffwechselstörungen aus!

Unsere Umwelt hat sich mit rasender Geschwindigkeit verändert, unsere heutige Ernährung entspricht nicht der Ernährung, worauf unsere Gene adaptiert sind.

Der übermäßige Verzehr von Zucker, Getreide, Reis, Kartoffel und auch Obst ( es enthält auch viele Kohlenhydrate in Form von Fruchtzucker ) führt zu einem Rückschritt der Gesundheit.

Wir nennen es Zivilisationskrankheiten, Volkskrankheiten.

Wir sind genetisch gesehen Steinzeitmenschen, die nicht an das moderne Leben angepasst zu sein scheinen. Zivilisationskrankheiten wie Übergewicht, Bluthochdruck, Diabetes, Autoimmunkrankheiten, Neurodermitis plagen uns, weil wir uns nicht mehr wie in der Steinzeit verhalten“- laut Prof. Detlev Ganten Evolutionsbiologe, der ehemalige Leiter der Charite- Universitätmedizin in Berlin.

Mit der Paleo Ernährungsform müssen wir kein rohes Fleisch essen, auf unserem Speiseplan muss auch nicht Fleisch mit Fleisch stehen, wir müssen auch nicht zurück zur Steinzeit und unsere bequeme, moderne Lebensweise aufgeben. Aber wir können die Ernährungsweise unserer Vorfahren und die der heutigen 229 Naturvölker, die immer noch als Jäger und Sammler leben, in die heutige Praxis umsetzen. Zurück zur ursprünglichen Nahrung, worauf unsere Gene Millionen von Jahren lang angepasst sind.

Fleisch möglichst aus artgerechter Tierhaltung, Wild, Fisch Wildfang oder aus der Region, Schalen und Weichtiere aus sauberen Gewässer, Eier von Freilandhühnern, Gemüse ( außer Hülsenfrüchte ), Beeren, Obst, Pilze, Nüsse, Kräuter, ab und zu Honig.

Wenig verarbeitete Lebensmittel bevorzugen, viel verarbeitete darunter Brot und alle Gebäckvarianten meiden!

Lebensmittel, die der Mensch erst mit der Einführung des Ackerbaus kultiviert hat, wie Getreide, Kartoffeln, Reis, Mais, Hülsenfrüchte, Zucker, industriell verarbeitet und gebleichte Pflanzenöle, sind streng verboten. Zwar wurden Milch und Milchprodukte währen der Steinzeit auch nicht verzehrt, aber viele heutige Naturvölker wie die Massaien, Himbas, Samburu, konsumieren von ihren Ziegen, Schafen und ihren A2 Kühen Milch und Butter, deshalb sind Schaf und Ziegenmilchprodukte ein Kompromiss in der Paleoküche!

Die heutige Naturvölker, die immer noch als Jäger und Sammler leben, erfreuen sich bester Gesundheit, obwohl ihre Ernährung aus gesättigten Fettsäuren besteht und nicht aus einfach oder mehrfach ungesättigten Pflanzenölen.

Die niedrigere Lebenserwartung der Naturvölker liegt nicht an ihrer Ernährung, sondern, an ihrer gefährlichen, anstrengenden Lebensweise. Auch die Kindersterblichkeit ist durch den fehlenden Impfschutz höher.

Aber wer, die Kindheit überlebte und die Verletzungen vermeiden konnte, sie lebte nicht kürzer als wir Westeuropäer. Durch Studien über das Durchschnittsalter der heutigen Naturvölker von Michael Gurven und Hillard Kaplan Anthropologen, erfahren wir, dass die Hodzas trotz fehlender ärztlicher Versorgung, bei einem höchst gefahrenreichen Lebens, 76 Jahre, die Kung 74 Jahre, Aches 71 Jahre alt werden.

 

Die Paleoküche hat sich an die Geschmäcker des heutigen, modernen Menschen angepasst. Die Zutaten sind leicht erreichbar, und die gewohnten alltäglichen Speisen, auf Paleo umgesetzt.

Trotz des Verzichts gewohnter Speisen wie Nudeln, Kartoffel, Brot, ist die Küche vielfältig, abwechslungs- geschmacksreich und genussvoll.

In der Paleoküche muss man nicht hungern und auch nicht ständig das Selbe essen müssen. Eiweiß und Fettlieferanten wie fettreiche Fische, Fleisch, Eier könnt ihr bis zum satt werden genießen. Kohlenhydrate sind nur in Form von Gemüse, Pilzen, Nüssen, Beeren und Obst vorhanden.

Eiweiß mit Gemüse oder Salat kombiniert, hält für mehrere Stunden satt.

Bei der Paleoernährung müssen wir keine Angst vor Vitamin oder Mineralstoffmangel haben.

Die Funktion des Darmes verbessert sich, normalisiert den Eisenspiegel im Blut und der Blutzuckerspiegel bleibt immer niedrig!

Ich habe auch eine wichtige Erkenntnis gewonnen: Unsere Ernährung, die richtige Nahrung, ist ausschlaggebend für unsere Gesundheit!