Reisbrötchen

Reisbrötchen schmecken wie WeizenBrötchen vom Bäcker

Ich muss lächeln wenn ich an die erste Tage unserer Ernährungsumstellung denke. Ich stand da und war wirklich verzweifelt. Ich habe mich überhaupt nicht mit der glutenfreien Küche ausgekannt. Die ersten Gedanken waren gleich: “Und was sollen wir jetzt Frühstücken?”  “Was sollen die Kinder in die Schule mitnehmen?” Von Anfang an war klar für mich dass ich keine Backmischungen verwenden werde. Ich hielt nie was über sie.  Im Internet fand ich paar Brotrezepte aus Nüssen. Ich habe auch gleich angefangen mehrere glutenfreie Brote zu backen, aber sie sind  auch gleich im Müll gelandet. Vom Geschmack her waren sie einfach nur grausam. Sie schmeckten entweder nach Ei oder sie waren einfach nur geschmackslos. Unser Problem war, dass wir den gewohnten Brotgeschmack in jedem Brötchen gesucht haben. Dann entedeckte ich im Reformhaus, Teffmehl. Teff ist Zwerg Hirse, somit ist es glutenfrei. Teff ist neben Quinoa und Amaranth eines der drei, sogenannten Urkörner und natürlich super gesund. Ich war froh sie endeckt zu haben und fang auch gleich daraus leckere, knusprige Brötchen zu backen. Der Geschmack war wieder da, von dem gewohnten Brot. Das einzige Problem war, dass mein jüngerer Sohn sie nicht vertrug. Seine Ekzeme wurden dadurch immer schlimmer und schlimmer.

Ich las dann auch über das glutenfreies Getreide, dass sie ausser weißer geschälter Reis, in ihren Schalen Antinährstoffe wie Lektine enthalten, die genauso wie Gluten die Fähigkeit haben die Darmwand löchrig zu machen und dadurch ins Blut zu gelangen und dort Schaden zu verursachen.

Es gibt Lektine die die Gelenke angreifen und Rheumatoide Arthritis verursachen, so ein Lektin steckt im Mais.  Lektine sind kleine Moleküle, die die Pflanzen zu ihrem eigenen Schutz gegen Fressfeinde bilden. Die sind Giftstoffe, die in Getreide alle Art auch glutenfreie wie Hirse, Mais, Hafer, Vollkorn Reis, und in Hülsenfrüchten hitzestabil und unverdaulich sind. Es klang für mich nicht so toll daher sind wir wieder bei den Nüssen gelandet. Zwischendurch habe ich noch aus Buchweizen Brot gebacken, aber die Begeisterung hat gefehlt. Der Geschmack war leider nicht ganz unser. Buchweizen ist kein Getreide, sondern Pseudo Getreide, ein  Knöterichgewächs. .http://www.zentrum-der-gesundheit.de/buchweizen.html.  Ich habe angefangen zu experimentieren und nach langer Zeit wurde endlich unser essbares low-carb Mandelbrötchen geboren. Es war zwar essbar und schmeckte meiner Meinung nach lecker, aber meine Jungs waren trotzdem noch nicht ganz hin und weg davon. Da mein jüngerer  Sohn den geschälten Reis ganz gut verträgt, habe ich das selbe Rezept mit ein paar Veränderungen aus Reismehl gebacken. Und die Begeisterung war endlich wieder da 🙂 “Mama backe bitte nur dieses Brötchen! ” Heute backe ich fast nur aus Reismehl meine Brötchen, die frisch aus dem Ofen einfach unwiederstehlich sind!

Zutaten für das glutenfreie Reisbrötchen: 300 g Reismehl, 1 Pck.  Trockenhefe ( 9 g ), 30 g Tapiokastärke ( erhältlich in Asia Läden ), 1 EL gemahlene Flohsamenschalen, 100 ml Schafjoghurt oder Naturjoghurt aus Kuh, 100 ml Sauersahne, 50 g Butter geschmolzen, 1 EL Apfelessig, 1 EL Salz ( ich verwende Ur-Salz, es ist naturbelassen und nicht so stark wie Tafel oder Meersalz ), ca. 135 ml warmes Wasser, Sesamsamen geschält zum Bestreuen, Sonnenblumenkerne zum Bestreuen, 1 Eigelb zum Bepinseln

Flohsamen mit ca. 100 ml warmem Wasser knotenfrei zusammen mischen und ca. 5-10 min quellen lassen. Butter schmelzen lassen. Teigzutaten mit Flohsamen-Gelee zusammen kneten und für 1 Stunde zugedeckt ruhen lassen. Mit den bemehlten Händen, aus dem Teig Brötchen formen und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech legen. Brötchen mit Eigelb bepinseln und mit Sesamsamen und Sonnenblumenkernen bestreuen.

Bei 180 Grad ca. 25-30 min backen.

 

glutenfrei-vegetarisch

Reisbrötchen 2  Reisbrötchen

 

 



11 Antworten auf „Reisbrötchen“

  1. Die sind super! Hab sie eigentlich nur aus der Not heraus gemacht, das ich kein Mehl da hatte und jetzt gibt es sie oefter. Habe grade auch noch einen kleinen loaf im Backofen und ein paar Walnüsse rein gegeben. Bin mal gespannt wie das wird 🙂

    1. Liebe Mona, vielen Dank für deinen netten Kommentar. Es freut mich sehr, dass dir mein Brötchen-Rezept schmeckt. Weiterhin viel Spass beim Backen und Genießen 🙂

      Liebe Grüße Edina

  2. Hallo Edina,
    erst einmal vielen Dank für deine Seite. Ich habe eine Tochter mit Zöliakie und versuche mich dementsprechend in der glutenfreien Welt zu orientieren. Da wir Pita Gyros so lieben, habe ich mich an die glutenfreien Pitas getraut. Geschmacklich sind sie der Hammer und fast genauso wie die Original-Pita, die ich von Kreta kenne. Allerdings hatte ich große Probleme mit der Konsistenz. Nach dem Ausrollen habe ich die Pitas nicht heil in die Pfanne bekommen. Sie zerbrechen sofort, sind dann aber nach dem Braten eigentlich sehr gut in der Struktur und halten dann auch. Ich hatte keine Tapioka-Stärke im Supermarkt bekommen, selbst im Reformhaus konnte man mir nicht helfen. Deshalb habe ich Maisstärke verwendet. Ich konnte aber auch im Nachhinein nicht lesen, dass Tapiokastärke eine besonders klebende Eigenschaft hat. Was könnte ich also verbessern? Vielleicht mit ein oder zwei Eiern eine Bindung erzeugen? Wie schaffst du die Pitas ohne Bruch in die Pfanne zu bekommen?
    Vielen Dank und liebe Grüße,
    Torsten

    1. Lieber Torsten,

      Es überrascht mich sehr dass deine Pitas beim Ausrollen brechen, da Flohsamen-Gelee wunderbar Gluten ersetzt und den Teig zusammenhält, daher braucht man keine Eier zu diesem Teig. Tapiokastärke kaufe ich im Asialaden aber es sollte auch mit Maisstärke oder Kartoffelstärke oder aber mit Pfeilwurzelmehl genauso klappen. Ich weiss es nicht wie gross du die Pitas ausrollst und wie dünn sie sind, sie sollten nicht zu dünn sein. Es tut Leid dass ich dir nicht weiter helfen konnte, aber wenn du genau nach meinen Rezept-Anweisungen hältst sollten die Pitas klappen.

      Liebe Grüße:
      Edina

      1. Liebe Edina,

        vielen Dank für deine schnelle Antwort. Beim Ausrollen ist noch alles gut, erst, wenn ich die Pita in die Pfanne legen möchte, gehen sie mir kaputt. Interessant, was für eine Aufgabe das Flohsamengelee hat. Ich dachte, das dient eher der Feuchtigkeit. Meinst du, ich könnte einfach die doppelte Menge nehmen, sodass ich eine bessere Klebewirkung habe?

        Liebe Grüße
        Torsten

        1. Hallo Torsten,

          Flohsamen-Gelee macht den Teig schön fluffig, locker, hält zusammen und wie du auch schon geschrieben hast gibt ihm Feutigkeit. Du könntest 20 g gemahlene Flohsamenschalen mit 180 ml warmem Wasser zusammen mischen und 5 MIn quellen lassen. Dann gib natürlich weniger Wasser zum Teig dazu. Versuche es so, vieleicht klappt es so besser.

          Liebe Grüße

          Edina

  3. Hallo Edina,
    Testbrötchen sind grade im Ofen. 🙂
    Was ich gerne wüsste:
    – Wozu sind Joghurt und Saure Sahne drin? Kann ich sie durch Butter und/oder Wasser ersetzen? Angebrochene Packungen sind nicht so mein way of cooking …
    – Das ist ja nun eine ordentlich große Menge an Stärke – kann man die Brötchen einfrieren und dann nachher irgendwie (wie?) wieder aufbacken? Für meinen Single-Haushalt wäre das wichtig.
    Danke Dir!

    1. Hallo Christine, Joghurt oder auch Quark geben dem Teig Feuchtigkeit, sie sorgen dafür dass der Teig schön locker und nicht trocken wird. Du kannst natürlich statt Saure Sahne nur natur Joghurt nehmen. Stärke sorgt dafür, dass das Brötchen luftig wird, besser aufgeht und sie hält es auch länger frisch. Im glutenfreien Brötchen oder Brot werden 2 Teile glutenfreie Mehle ( ich habe jetzt nur 1 glutenfreies Mehl verwendet)+ 1 Teil Stärke + 1 Teil Bindemittel in meinem Rezept gemahlene Flohsamenschalen, zusammengemischt.
      Die fertig gebackenen Brötchen lassen sich sehr gut einfrieren:) Ich hoffe, dass deine Brötchen gut gelungen sind und dir schmecken.
      Liebe Grüße:
      Edina

      1. VIelen Dank, Edina, für die Erklärungen.
        Das Einfrieren ist jetzt klar, wie backe ich die Brötchen danach richtig auf, dass sie nicht hart werden? Ich habe null Erfahrung damit.

        Das mit 2 Teile Mehl/1 Teil Stärke /1 Teil Flohsamen verstehe ich nicht so recht, dieses Rezept hat doch 20 Teile/2 Teile/1 Teil?

        Meine ersten Brötchen waren leider gar nicht locker, ich starte einen neuen Versuch.

        1. Hallo Christine, die fertig gebackenen Brötchen sollst du einfach auftauen lassen, sie müssen nicht in den Ofen. Du kannst die aufgetauten Brötchen noch für ganz kurze Zeit in die Mikrowelle, dann werden sie wieder schön weich. Grundsätzlich gilt für alle glutenfreien Mehle, dass sie zur Herstellung von Brot oder Brötchen mit anderen glutenfreien Mehlen gemischt werden, z.B. Reismehl mit Maismehl oder mit Buchweizenmehl, daher 2 Teile glutenfreies Mehl. Ich habe in meinem Reisbrötchenrezept nur Reismehl verwendet daher nur 1 Teil 🙂 Wenn man im glutenfreien Teig ca. 300 g glutenfreies Mehl verwendet, dann nimmt man ca. 20-30 g glutenfreie Stärke und ca. 10-20 g Bindemittel.
          Liebe Grüße und ein schönes Wochenende
          Edina

          1. Hallo Edina,

            danke für die Klarstellung. Wir haben unterschiedliche Auffassungen von “Teil”, so entstand die Verwirrung.

            Ich versuch’s weiter, den dritten Versuch mach ich mit weniger Fett, vielleicht gehen sie dann auch etwas auf.

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